Wer im Schwarzwald stille Waldpfade, Wasser und ein echtes Naturerlebnis sucht, muss nicht automatisch zum Feldberg oder zur Ravennaschlucht fahren. Mein Geheimtipp zum Wandern im Schwarzwald führt zu den Zweribachwasserfällen bei St. Peter, durch einen urwüchsigen Bannwald mit moosigen Felsen, alten Bäumen und überraschend wenig Trubel. Ich zeige dir, wie die Runde verläuft, für wen sie geeignet ist und worauf du bei Wetter und Ausrüstung achten solltest.
Die Zweribachfälle verbinden stille Waldpfade mit einem wilden Naturerlebnis
- Tourdaten: Rund 7 Kilometer, etwa 3 Stunden und 250 Höhenmeter
- Höhepunkt: Mehrere Kaskaden stürzen rund 40 Meter über Granitfelsen ins Tal
- Charakter: Mittelschwere Rundwanderung mit schmalen, steinigen und teils feuchten Pfaden
- Start: Wanderparkplatz Potsdamer Platz in der Nähe von St. Peter
- Wichtig: Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind erforderlich, bei Nässe ist die Strecke nicht empfehlenswert

Warum die Zweribachfälle mein stärkster Geheimtipp sind
Die Zweribachwasserfälle liegen im Bannwald Zweribach, also in einem geschützten Waldgebiet, das sich weitgehend ohne forstliche Eingriffe entwickeln darf. Umgestürzte Baumstämme, Farne, feuchte Felsen und alte Baumriesen geben der Landschaft einen wilden Charakter, den viele bekanntere Schwarzwaldziele inzwischen vermissen lassen.
Der Wasserfall ist kein einzelner, gerader Fall, sondern besteht aus mehreren Kaskaden. Das Wasser fällt insgesamt etwa 40 Meter über Granitgestein hinab. Besonders reizvoll finde ich den Kontrast zwischen den offenen Wiesen rund um die Schwarzwaldhöfe und dem dunklen, kühlen Wald im Tal.
Ganz unentdeckt ist der Ort natürlich nicht. Trotzdem verteilt sich der Besucherstrom deutlich besser als an den großen Aussichtspunkten. Wer unter der Woche oder früh am Morgen startet, erlebt den Weg oft bemerkenswert ruhig. Genau diese Mischung aus erreichbarem Ziel und echter Waldstimmung macht die Tour für mich so überzeugend.
So verläuft die Rundwanderung durch den Bannwald
Die Runde beginnt am Wanderparkplatz Potsdamer Platz nahe St. Peter. Zunächst geht es über den Brückleweg in den Wald, bevor du auf den Jockenweg und später auf den Finstergrundweg wechselst. Dieser erste Abschnitt ist vergleichsweise entspannt und führt teilweise über breitere Wege.
| Kriterium | Angabe |
|---|---|
| Streckenlänge | etwa 7 Kilometer |
| Gehzeit | rund 3 Stunden ohne lange Pausen |
| Höhenmeter | etwa 250 Meter Auf- und Abstieg |
| Schwierigkeitsgrad | mittel |
| Höchster Punkt | ungefähr 1.002 Meter |
| Tiefster Punkt | ungefähr 791 Meter |
Nach ungefähr drei Kilometern wird der Weg schmaler und führt teilweise im Zickzack hinunter zum Wasserfall. An dieser Stelle verändert sich der Charakter der Wanderung deutlich. Wurzeln, Steine und feuchte Passagen verlangen mehr Aufmerksamkeit, besonders beim Abstieg.
Eine Brücke führt über den Zweribach. Von dort aus kannst du dem markierten Weg folgen oder ein kurzes Stück hinuntergehen, um die Kaskaden besser zu sehen. Ich würde den Abstecher nur bei trockenen Verhältnissen machen, denn direkt am Wasser sind die Felsen rutschig und unübersichtlich.
Der Rückweg verläuft über den Zweitälersteig bergauf in Richtung Plattenhof. Dort bietet sich eine Einkehr an, bevor du über die Straße zum Ausgangspunkt zurückkehrst. Diese letzte Passage ist weniger spektakulär, gehört aber zur offiziellen Rundtour und verhindert, dass du denselben schmalen Pfad wieder zurückgehen musst.
Welche Ausrüstung du wirklich brauchst
Für diese Wanderung reicht normale Sportkleidung nicht immer aus. Ich würde mindestens knöchelhohe Wanderschuhe mit griffiger Sohle tragen. Trailrunning-Schuhe können bei trockenen Bedingungen funktionieren, bieten auf nassen Wurzeln und losem Geröll aber deutlich weniger Reserve.
- Wanderschuhe mit gutem Profil
- Wasser und eine kleine Verpflegung für etwa 3 bis 4 Stunden
- Regenjacke, weil sich das Wetter im Hochschwarzwald schnell verändert
- Wanderstöcke für den steinigen Abstieg und den Gegenanstieg
- Offline-Karte oder geladene GPX-Datei für die Orientierung
- Erste-Hilfe-Set und vollständig geladenes Mobiltelefon
Eine Trinkflasche direkt aus dem Bach zu füllen, halte ich für keine gute Idee. Auch klares Wasser kann Keime enthalten, und im Bannwald solltest du die Uferbereiche möglichst unberührt lassen. Plane lieber mindestens 1 bis 1,5 Liter Wasser pro Person ein, bei warmem Wetter entsprechend mehr.
Bei nassem Wetter wird die Tour nicht nur unangenehmer, sondern auch objektiv anspruchsvoller. Die offiziellen Tourhinweise raten bei Nässe von der Runde ab. Nach starken Regenfällen können Bachläufe und schmale Pfade zusätzlich problematisch sein. In diesem Fall verschiebe ich die Wanderung lieber, statt den Wasserfall um jeden Preis erreichen zu wollen.
Wann die Strecke passt und wann eine Alternative besser ist
Die Zweribachrunde passt zu dir, wenn du gern auf natürlichen Wegen gehst, moderate Anstiege nicht scheust und ein ruhiges Waldziel suchst. Für kleine Kinder, Menschen mit unsicherem Tritt oder Kinderwagen ist sie dagegen keine gute Wahl. Der Begriff „mittelschwer“ klingt hier harmloser, als sich der schmale Abstieg bei feuchtem Untergrund anfühlen kann.
Wer ein ähnliches Erlebnis mit weniger Höhenmetern sucht, findet im Schwarzwald passende Alternativen. Sie haben allerdings jeweils einen anderen Schwerpunkt.
| Tour | Umfang | Besonderheit | Meine Einschätzung |
|---|---|---|---|
| Zweribachwasserfälle | 7 km, 250 Höhenmeter, etwa 3 Stunden | Bannwald, Kaskaden, stille Waldpfade | Beste Wahl für Natur und Ruhe |
| Monbachschlucht bei Bad Liebenzell | 6,3 km, 158 Höhenmeter, etwa 2 Stunden | Mehrfache Bachüberquerungen über Steine | Familienfreundlicher, aber bei Hochwasser ungeeignet |
| Allerheiligen-Wasserfälle | etwa 3,5 km, rund 250 Stufen | Wasserfälle, Klosterruine und Sagenweg | Kürzer und kulturreicher, meist stärker besucht |
Die Monbachschlucht ist eine gute Wahl für einen kürzeren Ausflug. Dort wird der Bach mehrfach über moosige Steine gequert. Gerade deshalb gilt auch dort eine klare Grenze: Bei Hochwasser nicht in die Schlucht gehen. Die Allerheiligen-Wasserfälle eignen sich besser, wenn du wenig Zeit hast und Wasserfall, Geschichte und Aussicht miteinander verbinden möchtest.
So bleibt das Naturerlebnis wirklich besonders
Der größte Fehler bei einer solchen Tour ist, nur auf das Ziel zuzulaufen. Im Bannwald liegt der Reiz gerade in den unscheinbaren Details: Flechten auf totem Holz, kleine Zuflüsse, feuchte Senken und der Wechsel zwischen Bauernwiesen und dichtem Wald. Ich plane deshalb lieber etwas mehr Zeit ein und behandle die drei Stunden Gehzeit nicht als sportliche Vorgabe.
Bleib auf den markierten Wegen und klettere nicht auf morsche Baumstämme oder direkt an die Abbruchkante des Wasserfalls. Der Naturpark weist außerdem darauf hin, dass Wandernde Wildtiere besonders in der Dämmerung und nachts stören können. Früher Start am Tag ist deshalb nicht nur angenehmer, sondern auch rücksichtsvoller.
Für die Navigation nutze ich eine Kombination aus Wegmarkierungen, Offline-Karte und einer geplanten Rückfallroute. Das Tourenportal des Schwarzwaldvereins stellt dafür Höhenprofile und GPX-Dateien bereit. Trotzdem sollte das Smartphone nicht die einzige Orientierung sein, denn im engen Wald können Empfang und Akkulaufzeit schnell zum Problem werden.
Der beste Moment für deinen Besuch an den Zweribachfällen
Wenn du möglichst viel Ruhe möchtest, starte an einem Werktag früh am Morgen. Nach längeren trockenen Phasen führt der Zweribach möglicherweise weniger Wasser, während die Kaskaden nach moderatem Regen eindrucksvoller wirken. Entscheidend bleibt, dass die Wege sicher begehbar sind.
Mein praktischer Rat lautet deshalb: Wetter prüfen, Schuhe nicht unterschätzen und die Runde nicht zu eng takten. Wer dem Wald Zeit lässt, bekommt an den Zweribachfällen genau das, was einen guten Geheimtipp ausmacht: ein starkes Naturerlebnis ohne großes Programm.