La Palma Wandern - die besten Routen und wichtige Tipps

Edmund Keil .

18. Juli 2026

Blühende Tajinasten auf La Palma, ideal für eine Wanderung. Im Hintergrund verbranntes Holz und Kiefern.

La Palma verbindet Vulkanlandschaften, dichte Lorbeerwälder und tiefe Schluchten auf engem Raum. Wer hier wandern möchte, sollte deshalb nicht nur nach der schönsten Aussicht auswählen, sondern auch Höhenmeter, Wetter, Rückweg und aktuelle Wegsperrungen einplanen. Ich zeige dir die lohnendsten Routen, ordne ihre Schwierigkeit realistisch ein und erkläre, welche Ausrüstung auf der Insel wirklich den Unterschied macht.

Die richtige Tour hängt stärker von Höhenmetern und Rückweg ab als von der Kilometerzahl

  • Vulkanroute: Die Ruta de los Volcanes bietet rund 17,5 bis 24 Kilometer durch die Cumbre Vieja und eignet sich für ausdauernde Wanderer.
  • Caldera de Taburiente: Die bekannteste Schluchtenwanderung dauert je nach Variante etwa 6 bis 7,5 Stunden.
  • Für Einsteiger: Der kurze Rundweg im Cubo de la Galga ist mit etwa 5 Kilometern und 2 Stunden deutlich zugänglicher.
  • Wetter: Zwischen Küste und Gipfellagen können Temperatur, Wind und Sicht stark wechseln.
  • Sicherheit: Vor jeder Tour müssen Wegstatus, Wetterwarnungen und mögliche Waldbrand- oder Steinschlaggefahr geprüft werden.

Vier Personen wandern auf einem Pfad durch eine aschebedeckte Landschaft auf La Palma. Im Hintergrund raucht ein Vulkan.

Welche Route auf La Palma zu deinem Wandertag passt

La Palma ist kein klassisches Ziel für flache Spazierwege. Selbst kurze Strecken können steil, rutschig oder technisch anspruchsvoll sein. Ich orientiere mich deshalb zuerst an Gehzeit, Höhenmetern und Untergrund und erst danach an der Kilometerzahl.

Route Länge und Zeit Schwierigkeit Besonders geeignet für
Cubo de la Galga ca. 5 km, etwa 2 Stunden leicht Einsteiger, Familien, feuchte Waldlandschaften
Los Tilos kurze Wege ab ca. 2,5 km leicht bis mittel gemütliche Waldwanderungen
Ruta de los Volcanes 17,5 km, etwa 5,5 Stunden schwer ausdauernde Wanderer und Vulkanfans
Caldera de Taburiente ca. 12,5 bis 13,5 km, 6 bis 7,5 Stunden mittel bis schwer Wanderer mit guter Kondition und Trittsicherheit
La Crestería bis ca. 26 km, etwa 11 Stunden schwer sehr lange Bergtage mit alpinem Anspruch

Die Angaben sind Richtwerte und hängen von der gewählten Variante, Pausen und dem Zustand des Weges ab. Besonders bei den langen Strecken solltest du nicht nur die reine Gehzeit, sondern auch Anfahrt, Rücktransfer und mindestens eine Stunde Reserve kalkulieren.

Vulkane und Höhenzüge für ausdauernde Wanderer

Ruta de los Volcanes

Die Vulkanroute führt durch die Cumbre Vieja und verbindet dunkle Aschefelder, Krater, Lavaströme und kanarische Kiefernwälder. Die häufig beschriebene Variante ist etwa 17,5 Kilometer lang, überwindet rund 1.207 Höhenmeter und dauert ungefähr 5,5 Stunden. Je nach Start- und Endpunkt werden auch längere Varianten mit 22 bis 24 Kilometern und 6 bis 8 Stunden angeboten.

Die Landschaft wirkt oft offen und sonnig, doch genau das wird unterschätzt. Auf längeren Abschnitten gibt es wenig Schatten und kaum Möglichkeiten, Wasser nachzufüllen. Ich würde diese Tour nur mit mindestens 2 Litern Wasser pro Person starten, bei warmem Wetter eher mit 3 Litern, und eine Kopfbedeckung fest einplanen.

Der Untergrund ist meist gut begehbar, aber vulkanische Steine ermüden die Füße stärker als ein normaler Forstweg. Gute Wanderschuhe mit griffiger Sohle sind deshalb sinnvoller als leichte Freizeitschuhe. Für den Rückweg sollte vorher ein Taxi oder eine andere Transportlösung organisiert werden, da Start und Ziel nicht zwingend am selben Ort liegen.

La Crestería und Roque de los Muchachos

Wer die hohen Kammlagen erleben möchte, findet mit der Crestería eine deutlich anspruchsvollere Möglichkeit. Die lange Verbindung zwischen dem Refugio del Pilar und dem Roque de los Muchachos umfasst ungefähr 26 Kilometer und kann rund 11 Stunden dauern. Der höchste Punkt der Insel liegt am Roque de los Muchachos auf etwa 2.426 Metern.

Obwohl die Aussicht spektakulär ist, handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Panorama-Wanderung. Felsiger Untergrund, viele Auf- und Abstiege, Wind und schnelle Wetterwechsel machen die Strecke zu einem langen Bergtag mit ernsthaftem Konditionsanspruch. Für viele Urlauber ist es klüger, nur einen kürzeren Abschnitt zu wählen oder den Gipfel über einen geeigneten Aussichtspunkt mit deutlich weniger Gehzeit zu erleben.

Grüne Wälder und Schluchten für entspanntere Tage

Cubo de la Galga

Der Lorbeerwald Cubo de la Galga im Nordosten der Insel ist meine erste Empfehlung für einen Einstieg ins Wandern auf La Palma. Der kurze Rundweg ist ungefähr 5 Kilometer lang, dauert etwa 2 Stunden und wird als leicht eingestuft. Feuchtigkeit, Baumfarne und dichtes Grün sorgen für einen starken Kontrast zu den kargen Vulkanhängen im Süden.

Wer mehr Zeit und Kondition mitbringt, kann die kurze Runde verlängern. Je nach Variante sind etwa 12 Kilometer und bis zu 750 Höhenmeter möglich. Damit verändert sich der Charakter der Tour deutlich. Aus einem gemütlichen Waldspaziergang wird eine längere Wanderung mit kräftigem Anstieg.

Nach Regen können Holzstege, Wurzeln und Steine rutschig sein. Ich würde auch bei einer kurzen Strecke feste Schuhe tragen und eine dünne Regenjacke einpacken. Im Lorbeerwald ist es oft kühler und feuchter, als es die Wetterlage an der Küste vermuten lässt.

Los Tilos und Marcos y Cordero

Los Tilos gehört zu den eindrucksvollsten Lorbeerwaldgebieten der Insel. Ein kurzer, ungefähr 2,5 Kilometer langer Weg führt durch den Wald und eignet sich für einen ruhigen Ausflug ohne großen Zeitdruck. Wer möglichst viel Landschaft und möglichst wenig Belastung sucht, ist hier besser aufgehoben als auf einer langen Vulkanroute.

Die bekannte Strecke zu den Quellen von Marcos y Cordero ist anspruchsvoller. Die Route führt durch 13 Wassertunnel, weshalb eine zuverlässige Stirnlampe, wasserfeste Kleidung und je nach Abschnitt ein Helm erforderlich sind. Die kürzere Variante wird mit etwa 7 Kilometern und 3 Stunden angegeben, die vollständige Verbindung bis Los Tilos kann rund 6,5 Stunden dauern.

Stand August 2026 ist Marcos y Cordero auf der offiziellen Inselinformation als vollständig geschlossen gekennzeichnet. Dieser Status kann sich ändern, darf aber niemals ignoriert werden. Gerade bei Tunnelwegen und Schluchten sind Sperrungen keine Formsache, sondern reagieren oft auf Steinschlag, Wassereintritt oder beschädigte Sicherungen.

Die Caldera de Taburiente verlangt Respekt

Der Nationalpark Caldera de Taburiente liegt im Herzen der Insel und gehört für mich zu den eindrucksvollsten Wandergebieten der Kanaren. Die klassische Tour startet am Mirador de los Brecitos, führt in den Kessel hinab und endet durch den Barranco de las Angustias. Je nach genauer Streckenführung sind etwa 12,5 bis 13,5 Kilometer und 6 bis 7,5 Stunden realistisch.

Der Anfang führt überwiegend bergab, was viele Wanderer in falscher Sicherheit wiegt. Später wird der Weg im Barranco anspruchsvoller, weil du über Geröll, durch schmale Passagen und teilweise im Bachbett gehst. Der Rückweg ist deshalb nicht automatisch leicht, obwohl die großen Höhenmeter bereits geschafft sind.

  • Starte früh, damit du ausreichend Tageslicht und Zeitreserve hast.
  • Trage Schuhe mit fester, profilierten Sohle und guter Fersenstabilität.
  • Nimm ausreichend Wasser und Verpflegung mit, da es unterwegs nur wenige verlässliche Versorgungsmöglichkeiten gibt.
  • Prüfe nach Regenfällen unbedingt den Zustand des Barranco de las Angustias.
  • Plane den Transfer zum Ausgangspunkt und die Abholung am Ziel vorab.

Bei starkem Regen kann sich ein trockener Bachlauf sehr schnell in eine gefährliche Passage verwandeln. Der Nationalpark weist deshalb auf zeitweise Sperrungen und Steinschlagrisiken hin. Ich würde niemals versuchen, eine gesperrte Schlucht zu umgehen oder eine Route bei Gewitter „noch schnell“ zu beenden.

So planst du deine Wanderung sicher

Wetter und Wegstatus zuerst prüfen

La Palma hat kein einheitliches Wanderwetter. Während an der Küste Sonne und 24 Grad herrschen können, liegen die Gipfel in Wolken, Wind oder deutlich kühleren Temperaturen. Vor dem Start prüfe ich deshalb Wettervorhersage, Höhenlage und aktuelle Wegsperrungen getrennt voneinander.

Besonders im Sommer können hohe Waldbrandgefahr und starke Hitze Wege kurzfristig unpassierbar machen. Im Winter und nach kräftigen Regenfällen sind dagegen Steinschlag, rutschige Pfade und Wasserläufe die größeren Risiken.

Ausrüstung für unterschiedliche Landschaften

Für kurze Waldwege reichen leichte Wanderschuhe, bei langen oder steinigen Touren würde ich jedoch knöchelhohe Schuhe bevorzugen. Dazu kommen Stirnlampe, Sonnen- und Regenschutz, Offline-Karte, Powerbank und Erste-Hilfe-Set. Wanderstöcke helfen besonders bei steilen Abstiegen und losem Vulkangestein.

Eine dünne zusätzliche Kleidungsschicht gehört auch bei warmem Küstenwetter in den Rucksack. In den Höhenlagen können Wind und Wolken die gefühlte Temperatur schnell verändern. Baumwollkleidung trocknet langsam und ist für lange Touren daher weniger geeignet als Funktionsmaterial oder leichte Wollbekleidung.

Lesen Sie auch: Komoot beim Wandern nutzen - Planung, Navigation und Offline-Karten

Die Markierungen sind auf vielen Hauptwegen gut, aber sie ersetzen keine eigene Orientierung. Lade die Karte vorab offline herunter, speichere Start und Ziel und teile einer Kontaktperson mit, welche Route du tatsächlich gehst. Das ist besonders wichtig, wenn du spontan eine Abzweigung wählst.

Viele Wanderungen sind keine Rundwege. Ein Mietwagen löst das Problem nicht automatisch, wenn der Startpunkt nur über eine schmale Bergstraße erreichbar ist oder am Ende kein Fahrzeug steht. Bei der Caldera de Taburiente und der Ruta de los Volcanes sollte der Rücktransport genauso früh geplant werden wie die Wanderung selbst.

Mein sinnvoller Einstieg für mehrere Wandertage

Für einen ersten Tag würde ich den Cubo de la Galga oder einen kurzen Abschnitt bei Los Tilos wählen. Am zweiten Tag passt bei stabiler Wetterlage die Caldera de Taburiente, während die Ruta de los Volcanes erst dann sinnvoll ist, wenn lange Anstiege, Sonne und wechselnder Untergrund kein Problem darstellen.

La Palma belohnt gute Vorbereitung, aber sie verzeiht schlechte Einschätzung nur selten. Wer Route, Wetter, Wasser und Rückweg gemeinsam plant, erlebt die Insel entspannter und hat mehr Aufmerksamkeit für das, was diese Wanderungen so besonders macht: den abrupten Wechsel von Lorbeerwald zu Lava, von Wolkenmeer zu Atlantik und von stillen Pfaden zu gewaltigen Schluchten.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Der Cubo de la Galga ist mit etwa 5 Kilometern und rund 2 Stunden die zugänglichste Empfehlung. Auch kurze Wege bei Los Tilos eignen sich für entspannte Waldwanderungen mit wenig Zeitdruck.
Die häufige Variante ist etwa 17,5 Kilometer lang, überwindet rund 1.207 Höhenmeter und dauert ungefähr 5,5 Stunden. Wegen wenig Schatten und kaum Wasserstellen solltest du mindestens 2 Liter Wasser pro Person mitnehmen und den Rücktransport vorab organisieren.
Die klassische Route vom Mirador de los Brecitos durch den Barranco de las Angustias umfasst etwa 12,5 bis 13,5 Kilometer und dauert 6 bis 7,5 Stunden. Nach dem anfänglichen Abstieg führen Geröll, schmale Passagen und teilweise das Bachbett zurück zum Ziel.
Für die Strecke durch 13 Wassertunnel sind eine zuverlässige Stirnlampe und wasserfeste Kleidung erforderlich; je nach Abschnitt kann auch ein Helm nötig sein. Stand August 2026 ist Marcos y Cordero laut offizieller Inselinformation vollständig geschlossen, daher muss der Wegstatus vor dem Start geprüft werden.
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Autor Edmund Keil
Edmund Keil
Mein Name ist Edmund Keil, und seit 9 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Outdoor-Sport, Abenteuer und Sicherheit. Diese Leidenschaft hat mich dazu gebracht, fundiertes Wissen zu sammeln und dieses auf steinzeit-gp.de mit euch zu teilen. Mich fasziniert die Verbindung von Naturerlebnissen mit dem nötigen Respekt vor den Elementen und der eigenen Sicherheit. Daher lege ich großen Wert darauf, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten, Informationen kritisch zu prüfen und stets aktuelle Entwicklungen im Blick zu behalten, damit ihr gut informiert eure nächsten Abenteuer planen könnt.
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