Doppelter Schlaufenknoten richtig binden und sicher einordnen

Hubertus Behrens .

17. Juni 2026

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Binden eines doppelten Schlaufenknotens.

Wer mit einer Schnur eine belastbare Schlaufe herstellen möchte, muss zuerst klären, welche Art von Knoten tatsächlich gemeint ist. Der doppelter Schlaufenknoten wird im deutschsprachigen Raum vor allem beim Angeln verwendet, während in der klassischen Seiltechnik für zwei tragende Schlaufen meist eine doppelte Achterschlinge oder ein doppelter Palstek gemeint ist. Ich zeige die Unterschiede, die Bindeschritte und die Fehler, die aus einer sauber aussehenden Schlaufe schnell eine unsichere Verbindung machen.

Die richtige Schlaufenform entscheidet über die Sicherheit

  • Begriff: Die Bezeichnung wird beim Angeln und in der allgemeinen Seilkunde unterschiedlich verwendet.
  • Angelvariante: Eine doppelte Durchführung durch den Überhandknoten erzeugt eine kompakte Endschlaufe.
  • Zwei tragende Schlaufen: Dafür ist eine doppelte Achterschlinge meist die passendere Lösung.
  • Kontrolle: Alle Schnurstränge müssen parallel liegen und dürfen sich nicht überkreuzen.
  • Grenze: Für Klettern, Abseilen oder Rettungslasten darf die Angelvariante nicht eingesetzt werden.

Was mit dem Namen meistens gemeint ist

Beim Angeln bezeichnet der Name häufig eine Variante des einfachen Schlaufenknotens. Das Schnurende wird doppelt genommen und der entstandene Schlaufenbogen zweimal durch die Öffnung eines lockeren Überhandknotens geführt. Nach dem Festziehen entsteht eine feste Endschlaufe, an der sich beispielsweise ein Haken, Wirbel oder Vorfach befestigen lässt.

Die Bezeichnung ist allerdings nicht eindeutig. Eine Schlaufe, die aus zwei parallel laufenden Schnursträngen besteht, ist nicht automatisch ein Knoten mit zwei unabhängig belastbaren Augen. Genau diese Verwechslung ist im Outdoor-Bereich problematisch. Für eine Lastverteilung auf zwei Schlaufen braucht man einen dafür vorgesehenen Knoten, nicht nur eine doppelt gelegte Angelschnur.

Meine praktische Faustregel lautet deshalb: Angelschnur und kleine Verbindungen sprechen für die Angelvariante. Sobald ein Mensch, ein schweres Gepäckstück oder ein sicherheitsrelevantes System daran hängen könnte, sollte die Bezeichnung nicht als ausreichende Information gelten. Dann zählt der exakt gelernte Knoten einschließlich Material, Anwendung und Kontrolle.

Ein blauer doppelter schlaufenknoten, der eine feste Schlaufe bildet.

So wird die Angelvariante sauber gebunden

Zum Üben genügt ein Stück Schnur von etwa 30 bis 40 Zentimetern. Bei sehr dünner Schnur hilft ein längeres freies Ende, weil sich die einzelnen Stränge sonst nur schwer erkennen lassen. Ich übe neue Knoten zunächst mit einer deutlich dickeren Leine, bevor ich sie mit feinem Vorfachmaterial binde.

  1. Schnur doppelt nehmen. Lege das Ende etwa 10 bis 15 Zentimeter zurück, sodass zwei parallel liegende Schnurstränge und ein geschlossener Schlaufenbogen entstehen.
  2. Eine lockere Öffnung bilden. Lege mit der doppelten Schnur ein Auge und halte diese Stelle zwischen Daumen und Zeigefinger fest. Ziehe den Knoten noch nicht zu.
  3. Erste Durchführung. Führe den geschlossenen Schlaufenbogen von hinten durch die Öffnung und ziehe ihn auf der Vorderseite heraus.
  4. Zweite Durchführung. Führe denselben Schlaufenbogen ein weiteres Mal durch die Öffnung. Genau dieser zweite Durchgang unterscheidet die Variante vom einfachen Schlaufenknoten.
  5. Langsam festziehen. Stelle die gewünschte Größe der Endschlaufe ein und ziehe anschließend an der Schlaufe, der stehenden Schnur und dem kurzen Ende gleichmäßig.

Bei monofiler Schnur oder Fluorocarbon befeuchte ich den Knoten vor dem endgültigen Anziehen leicht. Das reduziert die Reibung und verhindert, dass das Material beim Zusammenziehen unnötig heiß wird. Niemals ruckartig anziehen, denn dadurch können sich einzelne Stränge verkanten oder einschneiden.

Lesen Sie auch: Palstek richtig knoten und ein festes Auge am Seil legen

Die fertige Schlaufe prüfen

Nach dem Festziehen müssen die beiden Schnurstränge eng und ordentlich nebeneinander liegen. Es darf kein einzelner Strang aus dem Knoten herausstehen, und die Windungen dürfen sich nicht kreuzen. Das kurze Ende wird erst nach einer Zugprobe gekürzt, wobei bei feiner Mono- oder Fluorocarbon-Schnur noch einige Millimeter Reserve bleiben sollten.

Eine kleine Schlaufe ist beim Angeln oft ausreichend, weil sie das Spiel zwischen Verbindung und Köder begrenzt. Für bewegliche Köder oder Vorfächer kann eine etwas größere Schlaufe sinnvoll sein. Entscheidend ist, dass die Größe vor dem endgültigen Festziehen eingestellt wird, da sich der Knoten danach nur schwer zerstörungsfrei verändern lässt.

Typische Fehler schwächen die Verbindung

Der häufigste Fehler ist nicht die falsche Handbewegung, sondern ein schlecht kontrolliertes Knotenbild. Wird die Schlaufe schief gehalten, liegen die Stränge übereinander statt parallel. Unter Zug entsteht dann eine punktuelle Belastung, die das Material beschädigen oder den Knoten verformen kann.

  • Zu kurzes Ende: Das Ende rutscht beim Anziehen leichter zurück. Zum Binden sind 10 bis 15 Zentimeter angenehm, erst danach wird gekürzt.
  • Zu schnelles Zuziehen: Ein Ruck verdreht die Windungen und erschwert die Kontrolle.
  • Trockene Schnur: Besonders bei monofilem Material steigt die Reibung beim Festziehen.
  • Überkreuzte Stränge: Das Knotenbild sieht oft trotzdem fertig aus, ist aber nicht sauber aufgebaut.
  • Kein Zugtest: Eine Schlaufe kann unter leichtem Handzug halten und sich bei stärkerem Zug dennoch verschieben.

Bei geflochtener Schnur würde ich nicht blind von der gleichen Zuverlässigkeit ausgehen. Geflecht ist glatt und verhält sich anders als Mono oder Fluorocarbon. Material und Durchmesser beeinflussen den Halt, deshalb sollte die Verbindung mit genau der Schnur getestet werden, die später am Wasser verwendet wird.

Auch die Schnur selbst kann trotz korrektem Knoten vorgeschädigt sein. Knicke, raue Stellen, UV-Schäden oder Abrieb am Stein sind oft gefährlicher als ein kleiner Unterschied zwischen zwei ähnlichen Knotennamen. Wenn die Schnur an einer kritischen Stelle beschädigt aussieht, hilft kein neuer Knoten. Dann wird das Stück ersetzt.

Eine Schlaufe ist nicht dasselbe wie zwei tragende Augen

In der Seiltechnik wird oft eine Konstruktion mit zwei Schlaufen gesucht, etwa zum Anschlagen eines Haulbags, zur Lastverteilung oder für eine bestimmte Verbindung am Anschlagpunkt. Dafür sind andere Knoten üblich. Die folgende Unterscheidung verhindert, dass eine Angelanleitung versehentlich auf eine sicherheitsrelevante Anwendung übertragen wird.

Knoten oder Variante Typische Aufgabe Wichtige Einschränkung
Schlaufenknoten mit doppelter Durchführung Endschlaufe an Angel- und dünner Schnur Nicht als Personen- oder Sicherungsknoten verwenden
Doppelte Achterschlinge Zwei Schlaufen für bestimmte Last- und Anschlagaufgaben Muss sauber gelegt und korrekt belastet werden
Doppelter Palstek Feste Schlaufen in speziellen Seilanwendungen Erfordert Übung und eine genaue Kontrolle beider Augen
Einfacher Palstek Eine feste, nicht zuziehende Schlaufe Erzeugt keine zwei gleichwertigen Schlaufen

Die doppelte Achterschlinge wird aus einem doppelten Seilstrang gelegt und bildet tatsächlich zwei belastbare Schlaufen. In Ausbildungsunterlagen der DLRG wird beim doppelten Achter außerdem darauf hingewiesen, dass die Seilstränge parallel laufen und die einzelnen Enden nachgezogen werden müssen. Für Klettern und Rettung ist das erlernte Knotenbild wichtiger als eine ähnlich klingende Bezeichnung.

Beim doppelten Palstek ist besondere Aufmerksamkeit nötig. Wird ein Karabiner versehentlich nur in eine der beiden Schlaufen eingehängt, kann sich die Konstruktion unter Belastung ungünstig verändern. Genau deshalb würde ich für Einsteiger in sicherheitsrelevanten Situationen eher den standardisierten doppelten Achter wählen, sofern die Ausbildung und die konkrete Anwendung das vorsehen.

Wann der Knoten passt und wann er fehl am Platz ist

Für eine kleine Endschlaufe an einem Angelvorfach ist die doppelte Durchführung praktisch, schnell zu lernen und mit monofiler Schnur gut kontrollierbar. Sie eignet sich auch für leichte Bastel- und Outdooraufgaben, bei denen keine Personensicherheit und keine hohe dynamische Last im Spiel sind.

Nicht geeignet ist sie für Klettern, Abseilen, Höhensicherung, Rettung oder das Aufhängen schwerer Lasten. Ein normaler Seilknoten aus einer Anleitung für Angelschnur ist nicht automatisch für Kernmantelseil, Reepschnur oder Bandschlinge geprüft. Unterschiedliche Materialien reagieren auf Reibung, Belastung und Kriechbewegungen sehr verschieden.

Vor jeder Verwendung im Gelände mache ich drei kurze Kontrollen. Das Knotenbild muss dem gelernten Muster entsprechen, die Schlaufe darf nicht verdreht sein und das freie Ende muss ausreichend überstehen. Bei sicherheitsrelevanten Anwendungen kommt eine vierte Kontrolle hinzu, nämlich die Prüfung durch eine zweite geschulte Person.

Die wichtigste Kontrolle passiert vor der Belastung

Ein sauber gebundener Schlaufenknoten beginnt mit der richtigen Einordnung. Für Angelschnur genügt die doppelte Durchführung durch den lockeren Überhandknoten, wenn die Stränge parallel liegen, der Knoten befeuchtet und langsam festgezogen wurde. Gesucht sind dagegen zwei echte tragende Schlaufen, führt der Weg in die Seiltechnik zur doppelten Achterschlinge oder zu einem ausdrücklich dafür gelehrten Palstek.

Ich würde mir den Namen daher nie isoliert merken, sondern immer zusammen mit Material und Einsatzbereich. Genau diese kleine Gewohnheit verhindert, dass eine nützliche Angelverbindung dort landet, wo ein geprüfter Sicherungsknoten erforderlich ist.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Gemeint ist meist eine Variante des einfachen Schlaufenknotens. Das doppelt gelegte Schnurende wird zweimal durch die Öffnung eines lockeren Überhandknotens geführt. So entsteht eine kompakte Endschlaufe für Haken, Wirbel oder Vorfach.
Zum Üben reichen 30 bis 40 Zentimeter Schnur. Lege das Ende 10 bis 15 Zentimeter zurück, bilde eine lockere Öffnung und führe den geschlossenen Schlaufenbogen zweimal hindurch. Mono- oder Fluorocarbon-Schnur sollte vor dem langsamen Festziehen leicht befeuchtet werden.
Die beiden Schnurstränge müssen parallel und ohne Überkreuzungen liegen. Kein einzelner Strang darf aus dem Knoten herausstehen. Vor dem Kürzen des kurzen Endes sollte die Verbindung einer Zugprobe standhalten; bei feiner Mono- oder Fluorocarbon-Schnur bleibt etwas Reserve stehen.
Für Klettern, Abseilen, Rettung, Höhensicherung oder schwere Lasten ist die Angelvariante nicht geeignet. Werden zwei tragende Schlaufen benötigt, ist meist eine doppelte Achterschlinge die passendere Lösung. Ein doppelter Palstek kommt nur infrage, wenn er für die konkrete Seilanwendung sicher beherrscht wird.
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Autor Hubertus Behrens
Hubertus Behrens
Mein Name ist Hubertus Behrens und seit nunmehr 7 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Outdoor-Sport, Abenteuer und Sicherheit. Diese Leidenschaft hat sich über die Jahre hinweg entwickelt und ist zu einem zentralen Bestandteil meiner Arbeit auf steinzeit-gp.de geworden. Mich fasziniert die Art und Weise, wie wir uns in der Natur bewegen und welche Herausforderungen uns dabei begegnen können. Mein Ziel ist es, mein Wissen und meine Erfahrungen so aufzubereiten, dass sie für jeden verständlich und nützlich sind. Ich lege großen Wert darauf, Informationen zu recherchieren, zu vergleichen und komplexe Sachverhalte klar und nachvollziehbar darzustellen, damit Sie bestens informiert und sicher in Ihr nächstes Abenteuer starten können.
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